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Mittwoch, 7. Juni 2017

3 Schlösser-Wochenende

Das war Pfingsten.
Drei Schlösser an drei Tagen, eines davon Arbeit, zweimal Vergnügen und zuvor gabs noch zwei Tage auf Rügen.

Schön, aber auch anstrengend,

Pfingstsonntag: Fete a la Rococo - Ein Besuch bei Kronprinz Friedrich

Am Sonntag fand in Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg im Schloß Rheinsberg in Brandenburg erstmalig die Fete a la Rococo statt, eine eintägige Veranstaltung, die den Besuchern einen kleinen Einblick in das höfische Leben in der zweiten Hälfte des 18. Jhs geben sollte.
Dieser Einladung sind ca 35 Living History-Darsteller aus ganz Deutschland gefolgt und ich war auch dabei. 

Schloß Rheinsberg war seit 1736 bis zu seiner Krönung 1740 Wohnsitz des späteren Königs Friedrich II. Später schenkte dieser das Anwesen, welches als Musterbeispeil des friederizianischen Rokoko gilt, seinem Bruder Heinrich, der es ab 1752 für 50 Jahre lang bewohnte und sich mit dem Bau des Hecken- und Schlosstheaters sein ganz persönliches musisches Refugium schuf.

Hier sollte die Veranstaltung anknüpfen, die gleichermaßen Unterhaltung wie auch Bildung miteinander verbinden sollte. So wurde insbesondere darauf Wert gelegt, die Darstellungen so authentisch und qualitätvoll wie möglich jenseits von Karneval-und Faschingskostümierung zu gestalten. Requisiten wie Spieltisch, Stühle, Webrahmen etc wurden von den Darstellern fast ausnahmslos selbst mitgebracht.
Neben den Vorführungen von Tanz ("Varsavia galante" aus Warschau) und Theater ("Die vier Grazien" Berlin), bildeten wir Darsteller in den Räumen des Schlosses einzelne Szenen des täglichen Lebens. Es gab ein Zimmer mit einem Spieltisch, an welchem man dem Kartenspiel frönte, eine Ankleideszene im Puderzimmer, Tanzunterricht und einen Flötisten, in einem Salon saßen Damen über ihren Stickarbeiten und ich an meiner Staffelei, eine weitere Dame las uns derweil vor. Unten im Hof exerzierten die Soldaten.
Die Besucher wurde in geführten Gruppen durch das Haus und somit durch die Szenen geleitet. Im Sinne von "lebenden Bildern" gab es dabei keine Interaktion zwischen uns und dem Zuschauer. Wir führten unsere Unterhaltungen über zeitgenössische Themen und hatten die Anweisung, das Publikum zu ignorieren, so wie diese uns nicht ansprechen durften. In den unbelebten Räumen vor einer solchen Szene fand durch die Führung im Vorfeld eine Erklärung der nachfolgend dargestellten Situation statt.
Eine im ersten Moment ungewohnte Situation, da man zumeist ja doch diverses Fragen und Reden mit dem Zuschauer gewohnt ist, im Nachhinein aber ein durchaus spannendes und, wie das Feedback zeigte, auch funktionierendes Konzept.
Der Tag  fand am Abend seinen Ausklang mit einem sehr schönen Konzert mit "Concerto Melante" und Stücken von Telemann, Goldberg und Händel im Schlosstheater.
***

Hier auch ein Beitrag dazu aus der Märkischen Allgemeinen: klick

nachfolgend zwei großartige Bilder von Uwe Hauth, Berlin; herzlichsten Dank!



(Die folgenden Bilder sind aufgrund der Lichtverhältnisse nicht so toll, ich hatte auch nur die kleine Kamera dabei. Das hatte mich erst geärgert, aber letztlich hätte ich zum fotografieren auch kaum Zeit gehabt...)


Foto oben und unten: liebsten Dank an M von Bolt  



Am Montag waren Monsieur und ich dann in Mirow, das ja gleich um die Ecke liegt (30min mit dem Auto).
Zauberhafte kleine Anlage... dort mal eine Veranstaltung im kleinen Rahme wäre toll. 
Ich zöge notfalls da auch gern ein...   (nichts lieber als das)!


Und am Dienstag quasi während der Rückreise bin ich dann noch für einen kurzen (viel zu kurz!) Abstecher in Wörlitz gewesen. Liegt ja direkt an der A9.
Leider kann man das Haus nur mit einer Führung besichtigen und das sprengte meinen engen zeitlichen Rahmen. So beließ ich es leider bei einem Drumherumlaufen und einem ergiebigen *hüstel* Besuch im dortigen Museumsshop.



1 Kommentar:

Dankeschön, daß du dir die Zeit nimmst und hier ein paar Worte hinterläßt...