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Dienstag, 30. Mai 2017

Ausflug mit dem Öchsle

Am vergangenen Samstag unternahm eine kleine Gruppe von Freunden des 19. Jhs einen Ausflug mit dem Öchsle, einer wirklich zauberhaft und mit viel Liebe und Engagement restauriertem und von einem Verein gepflegten historischen Schmalspurbahn mit verschiedenen Garnituren und Dampflok.

Start war der Bahnhof in Warthausen. Danach führte eine ca einstündige und sehr gemütliche Fahrt nach Ochsenhausen, wo wir nach einem Spaziergang und der Einkehr in einem Restaurant eine Klosterführung gebucht hatten. Das Kloster Ochsenhausen ist glücklicherweise seit langem säkularisiert und beherbergt eine Musikakademie, was den schönen Nebeneffekt hatte, dass während der Führung immer mal wieder Musik an unsere Ohren drang... das Kloster als Bauwerk selbst vereint durch seine lange Geschichte eine Mischung an Stilen. Besonders sichtbar bzw Schwerpunkt der Führung waren Renaissance und Barock. Wie schon gesagt, beherbergt man dort heute eine Musikschule und Gästezimmer in den ehemaligen Zellentrakten. Leider wurde extrem unsensibel mit modernen oder schlichtweg stilistisch völlig unpassenden Werkstoffen gearbeitet, bsp die Fußböden, die den Essensraum verschandeln oder die lackierten Pressplatten, die als Türen dienen. Von den brutal und zudem auch noch unsauber in die Renaissancetüren (!) hineingeschlagenen Schlosszylinder erst gar nicht zu reden (s.u.)... da bluten das Kunsthistorikerherz und das ästhetische Empfinden. Schade.


Foto: ich


Dennoch ein schöner Ausflug, denn letztlich ging es zumindest mir mehr um die Unternehmung, nicht um das Besichtigungsziel.

Alle der folgenden Bilder sind, so nicht anders angegeben, vom Fotografen Engelbert Jost. Herzlichen Dank.



Die Kleiderordnung war "langes 19tes", es sind also auch ein paar Empirekleider dabei, wenngleich das eigentlich nicht ins Thema "Zugfahrt" paßt...


Foto: ich


Foto: Tina Zill

Foto: Tina Zill





Foto: Tina Zill

Foto: Tina Zill
(mein Lieblingsbild!)

Diverse Erkenntnisse am Tagesende:
-Autofahren in Korsett und Tournüre funktioniert hervorragend,
-historische Unterwäsche ist auch im 19ten gar nicht so doof (Bloomers!),
-die Hinweisschilder an Schmalspurbahnen "Bitte während der Fahrt keine Blumen pflücken" scheinen in Anbetracht des gemächlichen Fahrttempos durchaus sinnvoll zu sein,
-wenn man einen Salat ohne Zwiebel und Paprika bestellt, ist manche Küche überfordert und man bekommt am Ende gar nix,
-wenn man Hüte trägt, die tief in der Stirn sitzen, sieht man nicht, was an der Raumdecke ist,
-ich muss die Jacke nochmal in der Taille schmaler machen... die ist zu weit geworden,
und
-ich fühl mich auch dieser Klamotte recht wohl.



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