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Donnerstag, 15. Juni 2017

Lavendelsirup

Eigentlich ist ja jetzt die Zeit, da man an die Waldränder pilgert, um Holunderblüten für den Jahresvorrat an Sirup zu sammeln...  
ich habe mich in diesem Jahr dagegen entschieden und einen Lavendelsirup gekocht.

Und da meine Pflänzchen im Garten noch nicht ganz soweit sind, habe ich auf getrocknete Blüten aus dem Vorjahr zurückgegriffen.




Dazu werden ca 10-12 EL Blüten benötigt. 
1l Wasser zum kochen bringen und 750g Zucker darin auflösen, den Saft einer Zitrone und weitere 25g Zitronensäure dazu geben. Etwas abkühlen lassen und die Blüten min. 1 Tag  (bis max 3) darin ziehen lassen. Dann abseihen und zur Erhöhung der Haltbarkeit nochmalig erhitzen, bevor man ihn in die vorbereiteten Flaschen füllt.
Meine getrockneten Blüten enthielten relativ viele Stengelanteile, weswegen der Sirup weniger violett als vielmehr braun geworden ist. Ich denke, ich werde das allein der Farbe wegen nochmal mit reinen Blüten probieren.... weiß jemand, ob das lohnt? Oder ist der violette Sirup auf manchen  Bildern im Netz einfach nur mit Farbstoffen versetzt?

Mittwoch, 7. Juni 2017

3 Schlösser-Wochenende

Das war Pfingsten.
Drei Schlösser an drei Tagen, eines davon Arbeit, zweimal Vergnügen und zuvor gabs noch zwei Tage auf Rügen.

Schön, aber auch anstrengend,

Pfingstsonntag: Fete a la Rococo - Ein Besuch bei Kronprinz Friedrich

Am Sonntag fand in Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg im Schloß Rheinsberg in Brandenburg erstmalig die Fete a la Rococo statt, eine eintägige Veranstaltung, die den Besuchern einen kleinen Einblick in das höfische Leben in der zweiten Hälfte des 18. Jhs geben sollte.
Dieser Einladung sind ca 35 Living History-Darsteller aus ganz Deutschland gefolgt und ich war auch dabei. 

Schloß Rheinsberg war seit 1736 bis zu seiner Krönung 1740 Wohnsitz des späteren Königs Friedrich II. Später schenkte dieser das Anwesen, welches als Musterbeispeil des friederizianischen Rokoko gilt, seinem Bruder Heinrich, der es ab 1752 für 50 Jahre lang bewohnte und sich mit dem Bau des Hecken- und Schlosstheaters sein ganz persönliches musisches Refugium schuf.

Hier sollte die Veranstaltung anknüpfen, die gleichermaßen Unterhaltung wie auch Bildung miteinander verbinden sollte. So wurde insbesondere darauf Wert gelegt, die Darstellungen so authentisch und qualitätvoll wie möglich jenseits von Karneval-und Faschingskostümierung zu gestalten. Requisiten wie Spieltisch, Stühle, Webrahmen etc wurden von den Darstellern fast ausnahmslos selbst mitgebracht.
Neben den Vorführungen von Tanz ("Varsavia galante" aus Warschau) und Theater ("Die vier Grazien" Berlin), bildeten wir Darsteller in den Räumen des Schlosses einzelne Szenen des täglichen Lebens. Es gab ein Zimmer mit einem Spieltisch, an welchem man dem Kartenspiel frönte, eine Ankleideszene im Puderzimmer, Tanzunterricht und einen Flötisten, in einem Salon saßen Damen über ihren Stickarbeiten und ich an meiner Staffelei, eine weitere Dame las uns derweil vor. Unten im Hof exerzierten die Soldaten.
Die Besucher wurde in geführten Gruppen durch das Haus und somit durch die Szenen geleitet. Im Sinne von "lebenden Bildern" gab es dabei keine Interaktion zwischen uns und dem Zuschauer. Wir führten unsere Unterhaltungen über zeitgenössische Themen und hatten die Anweisung, das Publikum zu ignorieren, so wie diese uns nicht ansprechen durften. In den unbelebten Räumen vor einer solchen Szene fand durch die Führung im Vorfeld eine Erklärung der nachfolgend dargestellten Situation statt.
Eine im ersten Moment ungewohnte Situation, da man zumeist ja doch diverses Fragen und Reden mit dem Zuschauer gewohnt ist, im Nachhinein aber ein durchaus spannendes und, wie das Feedback zeigte, auch funktionierendes Konzept.
Der Tag  fand am Abend seinen Ausklang mit einem sehr schönen Konzert mit "Concerto Melante" und Stücken von Telemann, Goldberg und Händel im Schlosstheater.
***

Hier auch ein Beitrag dazu aus der Märkischen Allgemeinen: klick

nachfolgend zwei großartige Bilder von Uwe Hauth, Berlin; herzlichsten Dank!



(Die folgenden Bilder sind aufgrund der Lichtverhältnisse nicht so toll, ich hatte auch nur die kleine Kamera dabei. Das hatte mich erst geärgert, aber letztlich hätte ich zum fotografieren auch kaum Zeit gehabt...)


Foto oben und unten: liebsten Dank an M von Bolt  



Am Montag waren Monsieur und ich dann in Mirow, das ja gleich um die Ecke liegt (30min mit dem Auto).
Zauberhafte kleine Anlage... dort mal eine Veranstaltung im kleinen Rahme wäre toll. 
Ich zöge notfalls da auch gern ein...   (nichts lieber als das)!


Und am Dienstag quasi während der Rückreise bin ich dann noch für einen kurzen (viel zu kurz!) Abstecher in Wörlitz gewesen. Liegt ja direkt an der A9.
Leider kann man das Haus nur mit einer Führung besichtigen und das sprengte meinen engen zeitlichen Rahmen. So beließ ich es leider bei einem Drumherumlaufen und einem ergiebigen *hüstel* Besuch im dortigen Museumsshop.



Herrenweste


Von der wunderbaren Seide des Riding Habit-Jäckchens entstand vor Pfingsten eine Herrenweste, die ich noch schnell zeigen möchte.
Wir haben uns für die selbe Borte entschieden, weil die einfach optimal dazu paßt. Außerdem einfache gewickelte Knöpfe.


Und zufällig passt es auch zu HSF Challenge #6 :

Challenge #6: Metallics

Make something in silver, gold, bronze, and copper, whether it be an actual metal, cloth of gold or silver, or lamé.


What the item is: mens waistcoat

The Challenge, and how this item fulfills it:  metallic reflections and a silver thread border

Fabric/Materials: a heavy silk , linen linings and a border made from metal thread

Pattern: my own

Year: 2nd half of 18th cent

Notions: thread and selfmade buttons

How historically accurate is it?  quite well, all handsewn

Hours to complete:  about 25 hours including making the buttons

First worn: not yet

Total cost:  about 60Euro

Dienstag, 30. Mai 2017

Ausflug mit dem Öchsle

Am vergangenen Samstag unternahm eine kleine Gruppe von Freunden des 19. Jhs einen Ausflug mit dem Öchsle, einer wirklich zauberhaft und mit viel Liebe und Engagement restauriertem und von einem Verein gepflegten historischen Schmalspurbahn mit verschiedenen Garnituren und Dampflok.

Start war der Bahnhof in Warthausen. Danach führte eine ca einstündige und sehr gemütliche Fahrt nach Ochsenhausen, wo wir nach einem Spaziergang und der Einkehr in einem Restaurant eine Klosterführung gebucht hatten. Das Kloster Ochsenhausen ist glücklicherweise seit langem säkularisiert und beherbergt eine Musikakademie, was den schönen Nebeneffekt hatte, dass während der Führung immer mal wieder Musik an unsere Ohren drang... das Kloster als Bauwerk selbst vereint durch seine lange Geschichte eine Mischung an Stilen. Besonders sichtbar bzw Schwerpunkt der Führung waren Renaissance und Barock. Wie schon gesagt, beherbergt man dort heute eine Musikschule und Gästezimmer in den ehemaligen Zellentrakten. Leider wurde extrem unsensibel mit modernen oder schlichtweg stilistisch völlig unpassenden Werkstoffen gearbeitet, bsp die Fußböden, die den Essensraum verschandeln oder die lackierten Pressplatten, die als Türen dienen. Von den brutal und zudem auch noch unsauber in die Renaissancetüren (!) hineingeschlagenen Schlosszylinder erst gar nicht zu reden (s.u.)... da bluten das Kunsthistorikerherz und das ästhetische Empfinden. Schade.


Foto: ich


Dennoch ein schöner Ausflug, denn letztlich ging es zumindest mir mehr um die Unternehmung, nicht um das Besichtigungsziel.

Alle der folgenden Bilder sind, so nicht anders angegeben, vom Fotografen Engelbert Jost. Herzlichen Dank.



Die Kleiderordnung war "langes 19tes", es sind also auch ein paar Empirekleider dabei, wenngleich das eigentlich nicht ins Thema "Zugfahrt" paßt...


Foto: ich


Foto: Tina Zill

Foto: Tina Zill





Foto: Tina Zill

Foto: Tina Zill
(mein Lieblingsbild!)

Diverse Erkenntnisse am Tagesende:
-Autofahren in Korsett und Tournüre funktioniert hervorragend,
-historische Unterwäsche ist auch im 19ten gar nicht so doof (Bloomers!),
-die Hinweisschilder an Schmalspurbahnen "Bitte während der Fahrt keine Blumen pflücken" scheinen in Anbetracht des gemächlichen Fahrttempos durchaus sinnvoll zu sein,
-wenn man einen Salat ohne Zwiebel und Paprika bestellt, ist manche Küche überfordert und man bekommt am Ende gar nix,
-wenn man Hüte trägt, die tief in der Stirn sitzen, sieht man nicht, was an der Raumdecke ist,
-ich muss die Jacke nochmal in der Taille schmaler machen... die ist zu weit geworden,
und
-ich fühl mich auch dieser Klamotte recht wohl.



Mittwoch, 17. Mai 2017

and now something completely different...

...nämlich mal ein Ausflug ins späte 19.Jh.



mehr dazu in ein paar Tagen...

Montag, 15. Mai 2017

neues Reit- und Jagdkostüm


Hurra, es ist vollbracht... schon seit zwei oder drei Wochen, aber gut Ding will bekanntlich Weile haben.

Mein neues Jagdkostüm fürs 18te
(der Schnitt ist eine Variation vom RH 151)

Zu Weihnachten flatterte mir ja diese wunderbare Seide von JAB Anstoetz ins Haus, die Weste war ja dann relativ bald fertig... die Gedanken zur Jacke mußten irgendwie erst reifen (außerdem hatte ich Respekt vor dem edlen Stöffchen).
Diese Zeit habe ich genutzt, um nach einer schönen Metallborte zu suchen und den Schnitt für das Hemd zu basteln und dieses dann zu nähen. Den passenden Rock hatte ich ja schon.
Für die Jacke ließ ich mir diesmal Zeit beim nähen und habe immer mal wieder für ein anderes Projekt/andere Epoche bzw irgendwelchen Kleinkram unterbrochen. Das war auch ganz gut so, weil recht entspannt... Zeitdruck hatte ich ja eh nicht, weil das Ensemble für kein bestimmtes Event fertig sein mußte.




Das Hemd ist aus Baumwolle und bis auf die Manschetten recht schlicht gehalten (man sieht davon am Ende eh nicht mehr viel). Die Manschettenknöpfe sind auch selbstgemacht (und können bei Interesse bei mir bestellt werden; Dm 18mm, ca 10,-€)



Die Weste auch nach eigenem Schnitt habe ich ja bereits in einem früheren Post gezeigt.





Und letztlich die fertige Jacke. Die Ärmelaufschläge sind aus weißer Seide, die Knöpfe gewickelt. Ca 10m Borte runden das Ganze ab; das Applizieren hatte fast etwas meditatives. ;)

Ein erstes Tragebild gibt es auch... aber ich plane da noch etwas anderes...  wir mußten gestern feststellen, dass der Stoff trotz fehlender Sonne stark reflektiert auf den Bildern. Das Problem müssen wir für die nächsten Fotos noch irgendwie lösen.
Alles in allem bin ich aber sehr glücklich mit dem Gesamtergebnis.


Freitag, 21. April 2017

Bärlauchsalz


Bevor die aktuellen Nachtfröste mir den Bärlauch im Garten kaputt machen, habe ich noch schnell geerntet und Bärlauchsalz gemacht.  
Dazu einfach die Blätter in grobes Meersalz mit einem Mörser einarbeiten und bei niedriger Hitze im Backofen trocknen lassen (Tür dabei einen Spalt auflassen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann).


wieder Knöpfe..

Nein, ich liege derzeit nicht auf der faulen Haut.

Ich habe endlich mit dem Riding Jacket zur Weste aus der Januar-HSF Challenge begonnen.
Aktuell bin ich dabei, die Knöpfe zu wickeln....   ich finde die Farben toll, eine schöne blau-silber Kombination. Das blaue taucht in der Seide wieder auf, wie auch im Muster der Weste, silbern wird die Borte...  ich bin gespannt.



Sonntag, 26. März 2017

neues Jäckchen und mehr

Nachdem in den letzten Tagen und Wochen einige Kundenwünsche fertig gestellt worden sind, blieb nebenher auch noch Zeit für ein paar Kleinigkeiten für die eigene Ausstattung.
Schon etwas länger fertig ist der lange schwarze Spazierstock. Der Knauf ist ein Original, Mitte 19tes, von der Form aber auch i.O. fürs 18te, wie ich finde. Leider bekam ich keinen passenden Rundstab, so dass er auf der gesamten Länge sehr gleichmäßig um ca 3mm herunter geschliffen werden musste und am Ende dann zu einem konischen Verlauf  bearbeitet wurde.




Den Hut habe ich ja schon im letzten Monat gezeigt und ganz neu ist die Jacke fürs spätere 18te. Sie ist aus dem einfachen Schnitt für eine Anglaise umgebastelt.
Ich liiieeebe Schößchen und dieses recht üppige ganz besonders.
Erstmalig ausgeführt gestern zu einem wunderbaren Abend mit Freunden bei den Herrschaften von Pöllnitz, die zum Frühjahrsfest geladen hatten, und heute nochmal schnell für ein paar Bilder spazieren geführt...


Freitag, 24. März 2017

Knopflöcher


Manche hassen sie, ich mag sie.
Knopflöcher.

Und dank der Zusammenarbeit mit einem neuen Schmied konnten wir jetzt auch endlich die Knopflocheisen nach Vorbildern aus dem 18. Jh ( buttonhole chisel ) in Angriff nehmen und umsetzen.
Ein eigentlich ganz simples Werkzeug; supereinfaches Prinzip, aber so toll damit zu arbeiten. 
Die Knopflöcher werden sauber und vor allem alle gleich groß.
Sie werden nicht geschnitten, sondern einfach in den Stoff gestanzt. Ein Schlag und fertig...  


Naja, bzw fast fertig ... ein bisschen genäht werden muss dann schon noch ;)




Die Eisen sind über den etsy-Shop zu erhalten. Wir fertigen auf Bestellung nach Wunschmaß.
Mögliche Maße sind zwischen 12 und 35mm.