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Donnerstag, 10. Oktober 2013

Stacheltier gerettet


Ziemlich viel Glück hatte dieses kleine Igelmädchen, das ich gestern mittag aus einem Lichtschacht bei uns am Haus gefischt habe. Sie muß, der Dehydrierung und der Körpertemperatur nach zu urteilen, schon eine Weile dort verbracht haben und hat gestern einfach genau im rechten Augenblick geraschelt.

Nachdem ich gesehen hatte, dass sie körperlich unverletzt ist, bekam sie als erste Hilfemaßnahme ein wenig Katzenfutter und Wasser angeboten, was aber auf wenig Interesse stieß, auch Avocado und Rosinen  fanden keine nennenswerte Beachtung.
Ich ließ sie dann eine Weile mit einer kleinen Flasche, die mit warmen Wasser gefüllt war, in Ruhe und versuchte es später, dann auch mit Pipette, noch einmal.
Nachdem sich an dem Zustand auch über Nacht nichts geändert hatte und sie ohnehin deutlich zu wenig wog (200g!), habe ich sie heute vormittag in einer Igelstation abgegeben, wo sie nun Infusionen bekommt und aufgepäppelt und überwintert wird.

Da die Zeit der "Fundigel" ja jetzt mit Einsetzen der kalten Witterung wieder beginnt, anbei noch ein paar allgemeine Tipps:
Wildtiere dürfen und sollten im allgemeinen auch nicht der Natur entnommen werden - aber wenn es sich um kranke, verletzte Tiere oder zu kleine Tiere handelt, dann ist das durchaus sinnvoll.
Zu klein bedeutet, dass sie nach Kälteeinbruch noch draußen unterwegs sind und einfach zu wenig wiegen - ich habe Richtwerte von 300-500g gelesen bzw gesagt bekommen.
Je nach Zustand am besten gleich zu einem Profi bringen - Tierärzte behandeln Wildtiere in der Regel kostenfrei.

Ansonsten: 
Wasser anbieten ist immer wichtig. Keine MILCH! Bei sehr schwachen Tieren u.U. mit etwas Traubenzucker versetzen (kein Haushaltszucker!). Wenns trinkt, dann frißt es zumeist auch - Katzenfutter, ungewürztes Rühr-Ei, Avocado, Rosinen... 

Wenn sich der Körper des Tieres auf der Hand deutlich kalt anfühlt - Wärmflasche anbieten.
Die Kiste, in welche man das Tier setzt, nicht mit farbig bedrucktem Zeitungspapier auslegen, auch nicht mit grobschlingigen Handtüchern - Verletzungsgefahr.

Alles weitere sollte man mit einer Igelstation, die man in der Regel in der Nähe von größeren Städten findet, oder dem TA absprechen.

Kommentare:

  1. Oh wie niedlich! Ja, jetzt kommt die Zeit wieder der Igel im Garten! Meine Freundin hat auch jedes Jahr 1 oder 2 Igel. Leider sond die immer krank und sogar der Tierarzt konnte nie genug helfen! :(( Aber ein Versuch ist es immer wert! GGLG, Simone

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  2. ..danke für die Wirklich informativen Zeilen über diese putzigen Tierchen! Ist ja nun wieder Saison.. und überhaupt ein wunderschöner Blog- mein Kompliment! .. bin selbst noch in der `Lernphase`des Bloggens.. LG Karina

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Dankeschön, daß du dir die Zeit nimmst und hier ein paar Worte hinterläßt...