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Freitag, 23. November 2012

Heimat-Gedanken

... und noch etwas nicht ganz so "Hippes"...



Obwohl ich ja nun schon einige Jahre hier in Bayern lebe, verfolge ich dennoch relativ regelmäßig die Nachrichten, die aus meiner Heimat an der Ostsee kommen. Online geht das ja ganz gut, vor allem über unabhängige Blogs und Magazine sowie auch über diverse ausgeschnittene und gesammelte (und dann her geschickte) Zeitungsartikel. 
Mein Interesse gilt dabei vor allem natürlich den Dingen, die mir am Herzen liegen - das sind u.a. die historischen Bestände meiner Heimatstadt, sei das nun die bauliche Substanz wie auch Archäologisches, Museales etc pp.; Dinge, die das familiäre und befreundete Umfeld und das meines Werdeganges betreffen; Ökologisches, Naturräumliches.
In letzter Zeit ist das leider mehr und mehr unerfreulich.
Schon bei den letzten Besuchen mußte ich öfter als nur einmal an den Entscheidungen eines sogenannten "Altstadtmanagementes" zweifeln. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass in Stralsund keine oder kaum Stralsunder entscheiden - aber es gab im historischen Stadtkern eine bauliche Fehlentscheidung nach der anderen. Und das tut weh.
Nicht alle Dinge können damit begründet werden, dass Investoren fehlen. Eine gängige Praxis ist es nun einmal auch, denkmalgeschütze Gebäude einfach solange brach liegen zu lassen, bis sie von selbst zusammenfallen, um dann einem Neubau in bester Lage weichen zu müssen. Wer einmal auch nur kurz im Bereich der Denkmalpflege gearbeitet hat, wird wissen, wovon ich schreibe.
Größte ökonomische Katastrophe 2012 war wohl die Insolvenz der Stralsunder Werft - ich möchte hier nicht weiter darauf eingehen, aber auch das ist das Ergebnis einer (nicht unabwendbaren) Dynamik, die mitdenkenden und damit wohl unbequemen Mitarbeitern des Betriebes  bereits seit einigen Jahren aufgefallen ist.
Ganz aktuell und überregional in der Presse der Skandal um verkaufte Bücher aus dem Stadtarchiv. Eine Zusammenfassung (wie korrekt sie jetzt das Geschehen auch immer darstellen mag) ist hier bzw (besser) hier zu finden. Wer die historische Sammlung einer Stadt, die  zum Teil noch nicht einmal aufgearbeitet ist (bspw die Musikwissenschaften) als "totes Kapital" bezeichnet, hat in meinen Augen in einer Verwaltung derselben nichts verloren!
Ebenso aktuell und ebenso nur per Zufall ans Licht gekommen: eine zweifelhafte Verkaufsaktion einer Jugendstilvilla incl Parkgrundstück für schlappe und viel zu günstige 351 000 Euro...
 Weitere "Geschäfte" dieser Art kann bzw möchte ich aus rechtlichen Gründen hier nicht nennen. Aber mir blutet das Herz. 
Wann ist endlich Schluß mit dem kulturellen Ausverkauf dieser Region?


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So, das mußte jetzt mal sein.
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