Seiten

Sonntag, 19. Dezember 2010

Nr.4


Zunächst einmal wünsche ich Euch allen einen schönen vierten Advent.
Und eigentlich wollte ich heute über ein ganz anderes Thema schreiben, aber  der heutige Vormittag hat schon wieder soviele andere Ereignisse dazwischen geschoben, daß ich das auf nächste Woche verlege...
Was ist passiert?
Stellt euch vor, wir haben hier am Ende unserer Sackgasse (hier wohnen fünf Familien mit uns) schon seit mehreren Jahren einen Marder wohnen.  Ein putziges Kerlchen, ab und an poltert er auf den Dächern. In diesem Winter scheint er unseren Holzschuppen als Quartier gewählt zu haben - heute nacht noch hat er dort Rabatz gemacht und die Kater haben ihn vom Fenster aus beobachtet (ich dann auch).
Heute morgen kurz nach dem Wachwerden - Alex war gerade auf dem Weg, die Schneeschaufel zu aktivieren - höre ich ein großes Geschrei auf der Straße... ein Tier schrie aus Leibeskräften, völlig panisch, das ging durch Mark und Bein.  Ich blicke auf die Straße und sehe den Marder, der sich offenbar verletzt im Kreis dreht und nicht fliehen kann.  Die Nachbarn stehen daneben, einer holt sogar die Kamera aus dem Haus und hält drauf... von der Idee zu helfen keine Spur.  Nur einer, auch Katzenhalter, kommt dazu und meint, da müsse man was tun. Da hatten wir aber schon den alten Katzentransportkorb an der Hand ...
Was mir durch den Kopf geht, ist Unverständnis. Ein Tier dort offensichtlich leiden zu sehen und nicht einen Moment an den Gedanken zu verschwenden, Hilfe zu leisten.
Die meisten Tieräzte bieten einen Notdienst an Wochenenden an, wo man sich zumindest telefonisch Rat holen kann über die weitere Vorgehensweise. Die Polizei ist verpflichtet, in einem solchen Fall zu kommen. In den meisten größeren Städten gibt es Tierrettungsdienste, die sich auch um Wildtiere kümmern. Verletzte Wildtiere werden in Tierarztpraxen kostenlos versorgt - wo ist also bitte das Problem???
Letzte Woche las ich in der regionalen Zeitung, daß ihn der Tiefgarage eines Einkaufzentrums ein Karton gefunden wurde, in welchen jmd kleine Kaninchen ausgesetzt hat - wer bitte tut sowas und wie kann der anschließend noch in den Spiegel sehen?!
Zu unserem Marder: das arme Kerlchen  ist leider kurze Zeit später verstorben - vermutlich vergiftet. Vielleicht erklärt das ja das unbeteiligte Herumstehen der Anwohner.

Nachdenkliche Grüße und hoffentlich einen schönen Nachmittag euch!

Kommentare:

  1. au Maren, wenn ich sowas höre, werde ich auch immer stinksauer, meine Freundin hat eine Tierklinik, rund um die Uhr offen und ich kann bestätigen, sämtliche Wildtiere werden dort kostenlos behandelt.
    Wir haben mal einen Greifvogel von der Str. aufgesammelt und hingebracht, der lebt jetzt im Harz in einem Tiergehege.
    man oh man, den Nachbarn würd ich keine Julepötte schenken, Kleingeistern sind das !
    Du arme, gruselig sowas...
    Hopkins hat mal Rattengift gefressen (er war grad 2) , was im Waldpark Katzenhasser (ja sowas gibt es leider) ausgelegt hatten, zum Glück hat meine Freundin in der Tierklinik ihm das Leben gerettet, eine Tortur war das und 3 Tage Tropf, sie sagte damals, ein kleiner Hund oder eine Katze hätte das niemals überlebt...
    Hopkins war noch lange krank davon.
    Manche Menschen sind einfach böse, fürchterlich !!!
    herzlichst Kathrin

    AntwortenLöschen
  2. Wie fürchterlich!
    Wer hat sich von diesem kleinen Kerl bedroht gefühlt?
    Manche Menschen haben jeglichen Respekt vor der Natur und dem Leben verloren!

    Unsere Tochter hat mal ein Marderbaby (das Nest mit den Jungen hatte ein Nachbar von seinem Dachboden geholt und einfach weggeschmissen)mit der Flasche großgezogen. Er war folgsamer als ein Hund. Leider wurde der kleine Kerl nur 6 Monate alt. Er ertrank in einer Regentonne :(
    Man hatte vergessen, einen Stock als Rettungsinsel für Tiere reinzustellen.

    Desweiteren haben wir schon aufgepäppelt: etliche kleine aufgefunde Kätzchen, eine Stockente, eine Amsel, eine Krähe

    AntwortenLöschen
  3. ein trauriger Bericht.Was gibt es nur für schlechte Menschen,vielleicht kommen sie selbst mal in so eine Situation,wo sie Hilfe brauchen und es stehen dann nur Gaffer rum. Nur für den kleinen armen Mader ist es leider zu spät.
    Liebe Grüsse von Sabine

    AntwortenLöschen
  4. ..eine sehr traurige und zugleich unfassbare Geschichte, die mir als Tierliebhaberin Gänsehaut bereitet.

    Mir scheint es, als haben manche Menschen ein Herz aus Stahl, oder vielleicht sogar überhaupt keines.

    P.S. Dein Hintergrund ist ein Traum!!

    Ich wünsche dir trotz des traurigen Ereignisses einen besinnlichen und zauberhaften 4. Advent.

    Herzliche Grüße,
    Mary

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Maren,

    auch ich als grenzenlose Tierliebhaberin bin erschüttert. In der Vorweihnachtszeit besonders schlimm, wo ja alle ach so heilig sind und christlich....

    Besonders unheimlich finde ich aber: wenn Ihr in einer Sackgasse wohnt, dann kennst Du Deine Nachbarn doch wahrscheinlich alle persönlich ? Wem könnte man sowas zutrauen ? wer lacht einem vornherum offen ins Gesicht und: hätten auch Deine Katzen den vergifteten Köder fressen können !?!?!?

    sorry, aber jetzt hast Du mich echt auf tausend gebracht mit der Story....

    und ja: Marder fressen auch mal Kabel im Auto an usw., aber die heutigen Autos haben alle schon einen Marderschutz und außerdem gibt es Lebendfallen (auch für Maulwürfe usw.), macht zwar etwas Mühe, aber man kann das entsprechende Puschelchen dann weit weg im Wald absetzen und gut ist.

    liebe Maren,hauptsache DU lässt Dich nicht in Deiner Tierliebe beirren, bin auch grad wieder umzingelt, alle wollen an der Tastatur mitspielen und starren in den Drucker,in der Hoffnung, dass was rausrattert. sooooo nett, deshalb: Tiere sind eine Bereicherung für uns !!!

    herzliche Grüße

    Claudia

    AntwortenLöschen
  6. ... das geht mir durch jede Zelle im Körper, mir fehlen die Worte, sorry liebe maren. Möge die kleine MarderSeele einen sanften Übergang finden und liebevoll empfangen werden. Ich sende Licht

    AntwortenLöschen
  7. Hello Maren
    Thanks so much for your sweet greeting over at Gods Little People. I'm so pleased to have found yours too - I really enjoy the beauty of your world. I look forward to have more time to catch up with your earlier posts. Your blog is so delicate, I love it.

    AntwortenLöschen
  8. Hallo Maren ,
    einfach nur furchtbar ..für mich besonders....
    ich kann nicht mal eine Fliege töten ...
    Wir hatten auch einen Marder am Dachboden der Vermieter stellte eine brutale Falle auf mit
    einem blutigen Köder ..aber nur einmal ..wir entsorgten dieses Gestell und der Mader ist Gott sei Dank umgezogen ...
    Leider schauen auch Menschen zu wenn ein Mensch am Boden liegt ..derjenige ist ja rauschig oder
    warum bewegt sich der jetzt nicht ????
    Habe ich leider 2 mal erlebt und bin dazugestoßen und ein Gespräch gesucht ..mit den Personen ..
    liebe Maren ...es gibt auch die anderen die so sind wie wir ...;-)))
    sei umarmt ...auf bald Monika

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Maren, da wir am Wochenende nicht da waren, lese ich diese gruselige Geschichte erst jetzt - da fällt mir nichts mehr zu ein - ein Tier zu quälen oder sich an seinem Leiden zu ergötzen, kommt gleich nach Kindesmisshandlung für mich, denn in beiden Fällen, können sich die Opfer nicht wehren!!!!!
    Ich halte zumindest einen Marder für etwas sehr gutes - er hält das Terrain von kleineren unangenehmen Plagegeistern frei und tut sonst niemandem was. wir selbst haben auch einen im Haus und ich freue mich jedesmal, wenn ich ihn/sie? kraspeln höre im Gebälk - und er geht auch nicht an unser Auto, da er es für seinen Besitz hält !!!! Und erstaunlicher weise reagieren nichtmal unsere Hunde auf ihn/sie? und die Geräusche, die er macht.
    Ich könnte solche Nachbarn nicht mehr grüßen......
    ich wünsche Dir aber trotz dieses schlimmen Erlebnisses noch eine schöne Vorweihnachtswoche
    Jacqueline

    AntwortenLöschen

Dankeschön, daß du dir die Zeit nimmst und hier ein paar Worte hinterläßt...