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Montag, 15. November 2010

Franzosenhügel


Ich bin gerade eine Weile durch* einen frisch geplügten Acker gestapft.

*ich schreibe absichtlich "durch", denn "über" kann man das nicht mehr nennen ;)

Jetzt fragt ihr eventuell: "Warum macht sie denn sowas?" und ganz ehrlich, manchmal frage ich mich das selbst *g
Tja, was ihr da mittig auf dem Bild seht, ist der "Franzosenhügel". Und warum der so heißt, wurde mir in groben Zügen wie folgt erklärt: in den Koalitionskriegen zu Beginn des 19. Jhs sollte das benachbarte Dorf angegriffen werden, bekam das aber im Vorfeld mit und setzte sich erfolgreich zur Wehr. Die gefallenen französischen Soldaten sollen dort unter diesem Hügel begraben liegen. Nun, da ich bei solchen Dingen natürlich neugierig bin, habe ich gehofft, direkt vor Ort - nämlich am Hügel selbst - vielleicht ein paar weitere Informationen in Form einer Hinweistafel o.ä. zu finden.  Das Auto am Straßenrand geparkt, stiefelte ich also den vermeintlich dorthin führenden Weg entlang. Nach der ersten Kuppe mußte ich allerdings feststellen, daß der Weg einen scharfen Linksknick machte und zwischen mir und dem Ziel nunmehr ein Acker mit zarten sprießenden Grün lag...  daß das kein Hindernis ist, liegt auf der Hand... als sich das zarte Grün in grobe, frisch aufgeworfenen Ackerschollen wandelte, kam ich schon kurzzeitig ins Grübeln.  So kurz vor dem Ziel ist Umkehren allerdings keine Option mehr und meine Hose und Schuhe waren bereits ackerfarben, also weiter.
Leider waren auf dem "Objekt der Begierde" lediglich das hier übliche Holzkreuz und ein alter Hochsitz zu finden.  Ich tröste mich also mit wenigstens einen kleinen Hinweis auf  den Namen des Hügels: die Rückseite des Kreuzes wiederholte die deutsche Inschrift vorn noch einmal auf französisch und es befindet sich die Inschrift "den gefallenen französischen Soldaten, die hier 1806 ihr Leben gelassen haben" darunter. Und als nächstes versuche ich mal bei ansässigen Heimatvereinen o.ä. etwas mehr zu erfahren...

Kommentare:

  1. solche Thing Stätten gibt es bei uns einige, ich empfinde solche Orte immer als etwas ganz ganz besonderes, schön, deine Collage !!! Zieh dir mal was über, rechts auf der Bank, dir wird ja kalt :-))). ich mag dies Foto von dir sehr !!! In Island heissen die thingvellir, weiss ich noch...aber die haben nicht solche Bäume da :-( oder schreibt man die mit k ??? weisst du sicher besser als ich, klar, thinkvellir, thinkstätten...
    da wurde ja Gericht gehalten, aber auch besprochen...

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  2. Thing mit "g" ist schon goldrichtig...

    Das bezeichnet dann die Rats- und Versammlungsorte grob gesagt der "Germanen"... die nutzten dafür oft Plätze wie ältere Steinkreise o.ä.; markante Orte eben. Gerichtslinden stehen/standen an solchen Orten innerhalb von Dorfverbänden bspw. Oft findet sich sowas auch in Orts- und Flurnamen wieder. Das dänische Parlament heißt z.Bsp. heute noch "Folketing" und norwegische gerichte "Tinghus"...

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  3. ah danke, dann heißt das auch Thingvellir in Island...

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Dankeschön, daß du dir die Zeit nimmst und hier ein paar Worte hinterläßt...