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Sonntag, 9. August 2009

Unaussprechliches und Politisches

Kennt ihr Jiaogulan (Abb. oben) und Stevia (Abb. unten)?
Letzteres geistert ja schon seit längerem durch Alternativ- und Bioläden und- zeitschriften als Honigblatt oder Süßkraut, Nummer eins kenne ich selbst erst seit kurzem, obwohl bereits ein 2007 erschienenes deutschsprachiges Buch über diese Pflanze existiert. Entdeckt habe ich es im Angebot des Kräuterhauses Rühlemann und habe es bei der letzten Order einfach mal mitbestellt. Die haben dieser Pflanze im Katalog gleich eine ganze Seite gewidmet. Was anfangs ein wenig kümmerlich daherkam ist inzwischen eine schnell austreibende Rankpflanze mit schönen gefächerten Blättern (die in der Tat – das war Alex´ erste Frage– ein wenig an THC-haltiges Kraut erinnern)… enthält es aber nicht, ist auch nichts in diese Richtung! Das Gewächs aus der Familie der Kürbisgewächse ist winterhart und stammt aus Südchina/Japan und die frühesten Aufzeichnungen darüber existieren aus dem 15. Jh. In ihm sind die gleichen Substanzen enthalten, die den Ginseng so wertvoll machen. Wer mehr wissen mag, bemüht am besten mal „Oma Google", denn ich denke, das sprengt hier den Rahmen…
Wenn ich jetzt sage, die Blätter schmecken interessant, dann klingt es, als würde ich den üblen Geschmack mit der gesunden Wirkung des Krautes entschuldigen, also vermeide ich diese Formulierung lieber und suche einen Vergleich – habt ihr schon mal auf einem Stückchen Süßholz gekaut? So ungefähr schmeckt es. Ich habe es auch als Tee probiert, mit frischen Blättern, fand das aber vom Geschmack her eher nur wie halt mit Wasser aufgegossene Blätter, eher uninteressant ;) Die frischen Blätter im Vorbeigehen genascht oder unter den Salat gemixt, sind wirklich lecker!
Mit Stevia ist das hingegen ein richtiges Politikum… der eine oder andere hat evtl schon etwas davon mitbekommen. In der EU ist Stevia momentan nichts weiter als eine nette Zierpflanze. Außerhalb der EU gelten andere Regeln. Japans zuckerfreie Cola wird bspw ausschließlich mit Steviaextrakten gesüßt. In den USA wird Stevia Diabetikern empfohlen. Steviablätter haben die 15-30fache Süßkraft des Industriezuckers. Das die um diese Pflanze existierende Debatte ein kontroverses Politikum ist, soll nur am Rande erwähnt werden. Wen es interessiert, der guckt mal auf www.freestevia.de nach mehr Informationen.
Stevia stammt aus der Gegend um Paraguay und wird dann traditionell zum praktisch kalorienfreien Süßen des Mate-Tees verwendet. Die Blätter enthalten kein Eigenaroma und die Süße ist koch- und backfest bis 200°C. Und als ob das nicht genug wäre, gibt es auch noch nachgewiesene Heilwirkungen… die Pflanze findet traditionell Einsatz gegen Probleme im Bereich des Zahnfleisches und der (Mundschleim)Haut aufgrund ihrer pilz- und bakterienhemmenden Wirkung.
Ich habe mich mit dieser „Zier"pflanze bereits einmal versucht und wollte sie aussäen, hatte damit aber keinen Erfolg. Später las ich, dass Stevia unregelmäßig und über einen sehr langen Zeitraum auskeimt… ich war wohl zu ungeduldig. Wer neugierig geworden ist, dem empfehle ich auch wieder Rühlemanns

Kommentare:

  1. Hallo liebe Maren,von "Stevia" habe ich schon mal in einer Fernsehsendung gehört, sie aber leider nie bekommen.Na vielleicht klappt es ja jetzt.
    Ich wünsch dir eine schöne Woche.
    Viele liebe Grüsse von Sabine

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  2. Hallo Maren,
    über das Steviathema habe ich auch schon viel gelesen und mich aufgeregt, denn diese Pflanze würde ja das Zuckermonopol in Deutschland angreifen und das "muß" ja EU- weit verhindert werden, dabei wäre es eine ungemein gesündere Alternative zu Aspartam, Sorbit, Acesulfam etc... aber es wird halt nicht gewollt!
    Stevia gibt es in Naturkostversänden und -Läden als Pulver oder Tropfen, es ist ein tolles Süßungmittel und wirklich zu empfehlen.
    Es ist tatsächlich ein Politikum. ...
    Ganz herzliche Grüße, cornelia

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