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Mittwoch, 6. September 2017

bemalte Herrenweste

Bereits im Juli von der Nadel bzw vom Pinsel gehüpft ist diese bemalte Herrenweste aus cremefarbener Seide mit selbstgewickelten Knöpfen.
Das Motiv folgt in seiner Anlage einem Original aus der zweiten Hälfte des 18.Jhs, allerdings ist es im Original bestickt.

Gab es bemalte Westen? Ganz ehrlich, ich kenne keine. Leider. Aber es gab bemalte Seiden. Es gibt diverse Stücke bei Damenbekleidung, außerdem kenne ich eine bemalte Hausmütze für den Herren.
Eindruck und Optik des Ergebnisses rechtfertigen aber diesen Versuch, wie ich finde. Und ein wenig geht es hier auch um eine Verhältnismäßigkeit beim Aufwand, der auch so schon mit ca 50 Arbeitsstunden hoch genug war.
Dennoch war es ein Projekt, welches mir nicht nur extrem am Herzen lag, sondern welches mir auch extrem viel Freude beim Herstellen bereitet hat.

Ich hoffe, dem zukünftigen Träger gefällt sie auch.





Montag, 4. September 2017

Kutschengala Schleißheim

Nach einem gut gewässerten Fulda ist auch die diesjährige Kutschengala in Schleißheim gestern mehr oder weniger ins Wasser gefallen.
Dennoch haben wir es uns im kleinen aber feinen Kreise unter einem Zeltdach zum Picknick gemütlich gemacht und der eine oder andere Spaziergang im Trockenen fand auch statt.
Geplant war ein etwas größeres Jagdlager... aber wie gesagt: Regen.

Und nachdem ich vor zwei Wochen einen Wollstoff in einer tollen Farbstellung gefunden habe, gabs auch noch auf die Schnelle ein komplettes neues Outfit, diesmal was fürs spätere 18te: Redingote in bordeaux mit gewickelten Knöpfen, der Rock war vorhanden, unter dem Redingote ein neues Hemd mit Rüschen und fürs späte 18te viel Hut als Accessoire.
Ich finde, ich habe den Look im Großen und Ganzen recht gut getroffen. Vor allem der Hut hat wieder mal sehr viel Spaß gemacht ...









Samstag, 19. August 2017

Fotonachtrag Fulda

Hier noch ein kleiner fotografischer Nachtrag vom Freitag. Wir trafen uns mit Grozdan Milovic, einem Fotografen aus Fulda, der ein paar sehr schöne Aufnahmen trotz widriger Wetterumstände von uns gemacht hat. 
(Aber glaubt mir, das 'open air - Outfitwechseln' bei Nieselregen war auch nicht sooo toll.)

Nochmal auch an dieser Stelle herzlichen Dank an Grozdan!











Freitag, 18. August 2017

Zeitreise Fulda 2017



Das waren sie also, die Wasserspiele 2017 von Eichenzell.
Ein Wochenende mit wenig (Inter)Aktion, viel viel Regen und aufgeweichtem Gelände.
Ein wenig ist es gefühlt so, als hätte es gar nicht stattgefunden,
wäre da nicht der verkrustete Matsch an den Schuhen ;)

Dennoch, wir haben das Beste daraus gemacht und so mit etwas Abstand betrachtet, hat dieses Mal das Zeug zum Running gag ... "Weißt du noch, 2017, als wir in Fulda beinahe weggeschwemmt worden sind...?"
Spätestens im nächsten Jahr, wenn wir vielleicht wieder bei 40°C braten ... 

Ich warte noch auf eine Foto CD, dann gibts noch ein wenig mehr zum gucken.


Samstag, 5. August 2017

Empire-Picknick im Hofgarten Schleißheim, Nachtrag


Nun ist das Picknick schon wieder zwei Wochen her und quasi über Nacht erreichten mich die Fotos unserer Fotografen.
http://www.foto-jost.de/

Alle hier gezeigten Bildern sind von Bertl Jost und ich möchte mich zum einen für die tollen Aufnahmen bedanken und zum anderen für die Genehmigung zum zeigen*.


(ich mag ja Gruppenbilder - machen wir irgendwie viel zu selten)




Wer hier hungrig heim geht, ist selbst schuld!


Als es hieß: wir machen ein Picknick mit Fotobegleitung durch das Ehepaar Jost, war mein erster Gedanke: ah super, da brauchst ja gar nichts groß neues nähen, ist ja alles da....  am Ende wurde es dann doch ein komplett neues Outfit. Den Stoff fürs Kleid hatte ich noch liegen, vom Spencer hatte ich schon berichtet, Hutmachen ist so nebenbei passiert und ja eh mehr Spaß als Arbeit und die Chemisette ist noch am Samstag vor dem Picknick entstanden (war eine gute Idee, wie ich finde)...





***

*Anmerkung: wie auch in der Vergangenheit versuche ich, es zu vermeiden, Porträts anderer Teilnehmer zu veröffentlichen, da ich nicht immer weiß, ob es diesen recht  ist... auch wenn bei dieser Fotostrecke wirklich wieder großartige Aufnahmen dabei sind. Insofern entschuldigt bitte die andauernde Egozentrik meiner Beiträge ;)

Freitag, 28. Juli 2017

Gratulation

Aus aktuellem Anlass 
einen herzlichen Gruß dem heutigen Geburtstagskind, 
Monsieur JF aus G in B. 


(damit sich das reinschauen hier mal lohnt ;) )

Donnerstag, 20. Juli 2017

neuer Spencer

Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob das noch unter "Picknickvorbereitungen" im eigentlichen Sinne fällt (ähnlich wie der letzte Post auch schon ;) ).

Vielmehr ist es so, dass bestimmte Anlässe oder Veranstaltungen Initial dafür sind, endlich das Projekt xy zu starten, das schon eine Weile auf der Liste steht.
Dafür liegen die Stoffe meist auch schon ein Weilchen auf Halde, was natürlich einem spontanen Nähstart sehr entgegen kommt...   so war es mit dem Kleid für den kommenden Sonntag und jetzt auch mit dem Jäckchen; für den Fall, dass es doch nicht an die 30°C-Marke kratzt.
Der Stoff war ein Reste-Schnäppchen und wurde für genau diesen Zweck gekauft. Ausprobiert habe ich bei der Gelegenheit auch endlich den entsprechenden Schnitt von S&S, der mich extrem positiv überrascht hat, da wirklich keinerlei Änderung oder Anpassung nötig war. Sogar die Ärmel saßen auf Anhieb so, wie sie sein sollten. Herrlich (und selten).
So war das gute Stück dann auch in nur 2,5 Tagen fertig; trotzdem sind  alle sichtbaren Nähte von hand.
Ich bin zufrieden und freu mich über das neue Teilchen.

Hier oben mal ein Original von 1815 aus dem Kulturen Museum in Lund, Schweden.

Und hier mein Original von 2017 :)




Samstag, 15. Juli 2017

Picknick geplant

Und zwar ein kleines Empire-Picknick.
So langsam laufen die Vorbereitungen und Daumen drücken für gutes Wetter am nächsten Wochenende kann nicht schaden.
Und was muss für ein Picknick unbedingt her?
Genau, ein neues Hütchen.
Komplett neu aufgebaut aus Buckram und weißer Seide, grün gefasst und mit Textilblumen und einer Straußenfeder geschmückt.


neuer Schatz...

...oder: aus 2 mach 1.

In der vergangenen Woche  entdeckte ich in einem Accessoires-Geschäft zwei Armbänder und nahm sie mit, um daraus eine Kette zu basteln.
Und, da ich die Biegeringe für die Montage auch erst nachkaufen musste, kann ich sagen, dass ich genau 98 Stück davon verarbeitet habe (2 von den 100 gekauften sind mir von der Zange gehüpft und haben sich unauffindbar irgendwo im Zimmer verkrümelt).
Sehr zufrieden mit dem Ergebnis, ich kann sie durch die zwei separaten Verschlüsse wie einen Choker eng am Hals tragen oder etwas tiefer und dann nach unten leicht ausgestellt (was ich persönlich präferiere).






Samstag, 8. Juli 2017

neue Front



Schon vor einer ganzen Weile habe ich aus einem Reststück aus dem Stofflager ein einfaches Kleid genäht, das vorn mit einem Stecker geschlossen werden sollte... warum auch immer, irgendwie ist mir dabei die Lücke für den Stecker zu klein geraten; mit ein bißchen enger schnüren hätte ich die Seiten fast mit Häkchen oder Nadeln zusammenheften können. Das wars also nicht. Punkt zwei: ich fands optisch irgendwie total langweilig. 
Ergebnis: es hing traurig im Schrank.
Daraus ergab sich die Frage: verkaufen oder umbauen. 
Auf letzteres fiel die Wahl und die Veranstaltung zu Pfingsten in Rheinsberg bot dann den Impuls, damit zu beginnen. Zumal mir zuvor die Fronten der oben abgebildeten Kleider kurz nacheinander ins Auge fielen.
Drapiert und gebastelt wurde ohne Schnitt direkt an der Puppe.
Ein wenig gepeppt wurde dann noch mit den Glasknöpfen, die mit Ausschnitten von Kupferstichen kleinen "pikanten Szenen" hinterlegt sind (das Schöne ist, dass man das eigentlich erst registriert, wenn man direkt mir der Nase darauf stippt).


Ich habe es dann in Rheinsberg abends beim Konzert getragen.
Leider mit für meinen Geschmack etwas zu wenig Unterbau, mir sind die Poschen im Laufe des Tages "verunfallt" - ein Reifen hat sich durch den Stoff gedrückt und es war nicht zu schaffen bei weniger als 30min Umziehzeit, das noch schnell zu reparieren. Zum Glück hatte ich noch die Hüftkissen dabei...


Donnerstag, 15. Juni 2017

Lavendelsirup

Eigentlich ist ja jetzt die Zeit, da man an die Waldränder pilgert, um Holunderblüten für den Jahresvorrat an Sirup zu sammeln...  
ich habe mich in diesem Jahr dagegen entschieden und einen Lavendelsirup gekocht.

Und da meine Pflänzchen im Garten noch nicht ganz soweit sind, habe ich auf getrocknete Blüten aus dem Vorjahr zurückgegriffen.




Dazu werden ca 10-12 EL Blüten benötigt. 
1l Wasser zum kochen bringen und 750g Zucker darin auflösen, den Saft einer Zitrone und weitere 25g Zitronensäure dazu geben. Etwas abkühlen lassen und die Blüten min. 1 Tag  (bis max 3) darin ziehen lassen. Dann abseihen und zur Erhöhung der Haltbarkeit nochmalig erhitzen, bevor man ihn in die vorbereiteten Flaschen füllt.
Meine getrockneten Blüten enthielten relativ viele Stengelanteile, weswegen der Sirup weniger violett als vielmehr braun geworden ist. Ich denke, ich werde das allein der Farbe wegen nochmal mit reinen Blüten probieren.... weiß jemand, ob das lohnt? Oder ist der violette Sirup auf manchen  Bildern im Netz einfach nur mit Farbstoffen versetzt?

Mittwoch, 7. Juni 2017

3 Schlösser-Wochenende

Das war Pfingsten.
Drei Schlösser an drei Tagen, eines davon Arbeit, zweimal Vergnügen und zuvor gabs noch zwei Tage auf Rügen.

Schön, aber auch anstrengend,

Pfingstsonntag: Fete a la Rococo - Ein Besuch bei Kronprinz Friedrich

Am Sonntag fand in Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg im Schloß Rheinsberg in Brandenburg erstmalig die Fete a la Rococo statt, eine eintägige Veranstaltung, die den Besuchern einen kleinen Einblick in das höfische Leben in der zweiten Hälfte des 18. Jhs geben sollte.
Dieser Einladung sind ca 35 Living History-Darsteller aus ganz Deutschland gefolgt und ich war auch dabei. 

Schloß Rheinsberg war seit 1736 bis zu seiner Krönung 1740 Wohnsitz des späteren Königs Friedrich II. Später schenkte dieser das Anwesen, welches als Musterbeispeil des friederizianischen Rokoko gilt, seinem Bruder Heinrich, der es ab 1752 für 50 Jahre lang bewohnte und sich mit dem Bau des Hecken- und Schlosstheaters sein ganz persönliches musisches Refugium schuf.

Hier sollte die Veranstaltung anknüpfen, die gleichermaßen Unterhaltung wie auch Bildung miteinander verbinden sollte. So wurde insbesondere darauf Wert gelegt, die Darstellungen so authentisch und qualitätvoll wie möglich jenseits von Karneval-und Faschingskostümierung zu gestalten. Requisiten wie Spieltisch, Stühle, Webrahmen etc wurden von den Darstellern fast ausnahmslos selbst mitgebracht.
Neben den Vorführungen von Tanz ("Varsavia galante" aus Warschau) und Theater ("Die vier Grazien" Berlin), bildeten wir Darsteller in den Räumen des Schlosses einzelne Szenen des täglichen Lebens. Es gab ein Zimmer mit einem Spieltisch, an welchem man dem Kartenspiel frönte, eine Ankleideszene im Puderzimmer, Tanzunterricht und einen Flötisten, in einem Salon saßen Damen über ihren Stickarbeiten und ich an meiner Staffelei, eine weitere Dame las uns derweil vor. Unten im Hof exerzierten die Soldaten.
Die Besucher wurde in geführten Gruppen durch das Haus und somit durch die Szenen geleitet. Im Sinne von "lebenden Bildern" gab es dabei keine Interaktion zwischen uns und dem Zuschauer. Wir führten unsere Unterhaltungen über zeitgenössische Themen und hatten die Anweisung, das Publikum zu ignorieren, so wie diese uns nicht ansprechen durften. In den unbelebten Räumen vor einer solchen Szene fand durch die Führung im Vorfeld eine Erklärung der nachfolgend dargestellten Situation statt.
Eine im ersten Moment ungewohnte Situation, da man zumeist ja doch diverses Fragen und Reden mit dem Zuschauer gewohnt ist, im Nachhinein aber ein durchaus spannendes und, wie das Feedback zeigte, auch funktionierendes Konzept.
Der Tag  fand am Abend seinen Ausklang mit einem sehr schönen Konzert mit "Concerto Melante" und Stücken von Telemann, Goldberg und Händel im Schlosstheater.
***

Hier auch ein Beitrag dazu aus der Märkischen Allgemeinen: klick

nachfolgend zwei großartige Bilder von Uwe Hauth, Berlin; herzlichsten Dank!



(Die folgenden Bilder sind aufgrund der Lichtverhältnisse nicht so toll, ich hatte auch nur die kleine Kamera dabei. Das hatte mich erst geärgert, aber letztlich hätte ich zum fotografieren auch kaum Zeit gehabt...)


Foto oben und unten: liebsten Dank an M von Bolt  



Am Montag waren Monsieur und ich dann in Mirow, das ja gleich um die Ecke liegt (30min mit dem Auto).
Zauberhafte kleine Anlage... dort mal eine Veranstaltung im kleinen Rahme wäre toll. 
Ich zöge notfalls da auch gern ein...   (nichts lieber als das)!


Und am Dienstag quasi während der Rückreise bin ich dann noch für einen kurzen (viel zu kurz!) Abstecher in Wörlitz gewesen. Liegt ja direkt an der A9.
Leider kann man das Haus nur mit einer Führung besichtigen und das sprengte meinen engen zeitlichen Rahmen. So beließ ich es leider bei einem Drumherumlaufen und einem ergiebigen *hüstel* Besuch im dortigen Museumsshop.