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Sonntag, 4. November 2018

Umzug

So blogger, du hast mich geärgert, das hast du jetzt davon... ich probier´s mal bei den Nachbarn.

Kommt mich jemand dort besuchen?

(Seite befindet sich noch im Aufbau, der Beitrag vom Geschirr ist aber schon dort und besser lesbar)

Revolution des Trinkens

"Revolution des Trinkens" war der Titel der heutigen Führung, zu der das Bayerische Nationalmuseum in das Schloß Lustheim eingeladen hat.
Also wieder einmal eine Führung zum Thema "Luxus", denn nichts anderes waren die seit dem 17. Jh über weite Strecken aus Ostasien, dem Orient und Südamerika importierten Heißgetränke Tee, Kaffee und Schokolade und vor allem die dazu gehörigen Porzellangeschirre.
Zunächst noch als "Medizin" u.a. wegen ihrer stimulierenden Wirkung getrunken, stieg ihre Beliebtheit rasch und wurde zu Mode und kostspieligem Vergnügen, welches dem Adel und dem gehobenen Bürgertum vorbehalten blieb.
Dies galt ebenso für die teuren Porzellangeschirre, die eine wahre Sammelwut auslösten (was ich durchaus nachvollziehen kann *hüstel).
Während man sich mit den bis dahin üblichen Metallgeschirren (Silber) an den heißen Genüssen schnell die Lippen oder Finger verbrannte, leitete Porzellan die Wärme wesentlich schlechter und war neben der Geschmacksneutralität fast ein unabdingbares Accessoire zum gemeinsamen "Tee-a-Tête".
So etablierten sich mit den neuen Trinkgewohnheiten auch neue Gefäßformen, die bis heute aktuell sind.

Zunächst einmal war aber die Porzellanproduktion ein chinesisches Monopol. In Europa gänzlich unbekannt, mußte jedes Koppchen und jeder Teller den weiten Weg hinter sich bringen und löste eine Welle von Chinoiserie-Liebhaberei aus, die sich nicht nur auf die Tafel beschränkte, sondern auch Wandgestaltungen, Möbel uvm beeinflußte.

Da aber eigentlich niemand der Endverbraucher dieser Importe eine auf Realität beruhende Vorstellung der fernen Länder hatte, wurden diese schnell idealisiert und man empfand China als "Paradies auf Erden", in dem den ganzen Tag dekorativ in Teepavillions sitzend Tee getrunken wurde und man sich Luft zufächeln ließ - genau das zeigten ja die Malereien auf den Geschirren.
Wunderbar, nicht wahr?

Schokoladebecher mit Chinoiserie-Dekor (Detail), Bemalung wohl von Johann Gregorius Höroldt, Meißen, um 1725. Foto: © Bayerisches Nationalmuseum München


Auguste der Starke war es nun, dessen Liebe zu den feinen Scherben ihn handeln ließ. Er wollte die Porzellanproduktion zu sich holen und vorantreiben. Dem Alchemisten Böttger war es ja gelungen, quasi als Nebenprodukt seiner "Goldproduktion", die ja etwas weniger erfolgreich war, hinter das Geheimnis zu kommen. Die Zusammenarbeit mit dem Apotheker Tschirrenhaus brachte den Durchbruch und Meißen wurde das erste Zentrum der Porzellanherstellung in Europa.
Was da aus Feldspat, Quarz und Kaolin entstand, war noch ein roter Scherben. Fein in der Struktur, hochfest gebrannt, aber eben (noch) nicht weiß.

Böttgerporzellan,
frühe Geschirre aus Meißen um 1710


Allerdings konnte dieses weiß glasiert werden und entsprach so schon eher dem gewollten optischen Ergebnis.
Die Verzierungen wurden von Hand modelliert und weiß oder farbig glasiert aufgelegt und erneut gebrannt.
Noch verbanden sich die Farben mit dieser Methodik schlecht oder waren empfindlich und wenig haltbar und erbrachten nicht die brillianten Ergebnisse.
Meißen zwischen 1710 und 1720

Die Erfindung der Aufglasurfarben brachte bessere Ergebnisse, wirklich zufriedenstellend waren dann aber erst die Unterglasuren.
Auch war es nicht von Anfang an möglich, die gesamte Farbpalette zu produzieren. Vieles hing hier von der Brenntemperatur ab und musste in zahllosen Versuchen herausgefunden werden. Die erste Farbe war hierbei ein Eisenrot. Blau bspw war extrem schwierig.

Neue und vor allem finanziellen Erfolg versprechende Erfindungen sprechen sich schnell herum und finden schnell Nachahmer. Das war auch im 18. Jh nicht anders. Zwischenzeitlich gab es eine zweite Manufaktur in Wien. Dorthin floh der bis dahin in Meißen inhaftierte Böttger mit all seinem Knowhow.  Aber hier sollte er nicht bleiben ... kurz: er ging zurück nach Meißen und brachte seinen Wiener Kollegen Johann Gregorius Höroldt mit. Denn Wien hatte einen entscheidenden Schritt voraus gemacht: ihnen gelang es, haltbare Porzellanfarben für die Unterglasur zu fertigen (reines Glück übrigens... die Wiener hatten schlichtweg besseres Wasser dafür!)
Und auch Höroldt war ein Glücksgriff. Er fertigte nicht nur die beliebten ostasiatischen Motive an, sondern erweiterte den Kanon um europäische Motive. Typische Höroldt-Motive, wie sie auch in der Lustheimer Sammlung zu sehen sind, sind Allegorien der Liebe, kleine Frivolitäten und Alltagsszenen.
Anmerkung am Rande: auch das allseits bekannte Zwiebelmuster (typisch deutsch?? haha, von wegen) ist eigentlich keine Zwiebel, sondern ein asiatisches Motiv. Allerdings kannte man es nicht und interpretierte deshalb die Zwiebel hinein.



typisches Höroldt-Dekor um 1723

Zur Verbreitung der Dekore, sowohl europäische als auch abgezeichnete Originale aus Asien, wurden die Entwürfe in Musterbücher zusammengefasst.
Für Höroldt-Dekore ist dies bspw der Schulz-Codex.



Auch populäre Motive wie hier von Watteau fanden so Verbreitung auf Porzellan.

Dekore auf dem Geschirr wurden in den ersten Jahrzehnten des 18. Jhs bis 1750 etwa in Medaillons gemalt (siehe 2x oben und folgendes Bild); später dann aber auch wieder plastisch oder flächig gestaltet.





Zu einem Teegeschirr gehörten die Koppchen (kleine Schalen bzw Becher) mit Untertasse, die Teedose (beides Abb. oben), die Zuckerdose, die Kanne für Tee und/oder heißes Wasser und die Kumme zum reinigen der Teeschalen (eine Kumme ist auf der ersten Abbildung ganz oben zu sehen - die größere Schale auf dem Tisch).Während der Ausguß für die bauchigen Teekannen im unteren Bereich ansetzte (Tee und Kaffee wurden direkt in der Kanne zubereitet und die Teeblätter schwammen darin dann oben), setzte dieser bei Kaffee- oder Kannen für heißes Wasser weiter oben an (Kaffeegrund sinkt nach unten). Letztere lassen sich daher schwerer oder mitunter gar nicht voneinander unterscheiden.

An dieser Stelle (es gab noch einige Ausführungen zur heißen Schokolade, die mir aber jetzt hier den Rahmen sprengen würden) endete unser Rundgang durch die Lustheimer Sammlung. Leider nicht nach, wie ausgeschrieben, zwei Stunden  sondern bereits nach einer (also ich hätt schon gern noch mehr...).
Die mit über 2000 Exponaten umfangreichste Sammlung Meißner Porzellans fast ausschließlich aus dem 18. Jh  außerhalb Meißens übrigens.
Ich habe immer ein wenig den Eindruck, dass dieses überaus charmante kleine Jagdschloß am anderen Ende des Kanals vis a vis  zum Neuen Schloß Schleißheim ein wenig vergessen wird. Viele Spaziergänger drehen hier um und kehren dann zum großen Haus zurück, dabei ist das schade. Ein Besuch lohnt sich allemal und vor allem, wenn man so bekennend teegschirr-affin ist, wie ich es bin.

Freitag, 26. Oktober 2018

Apfelbrot

Das Rezept sagt "Apfelbrot"; ich sage "Apfelkuchen".
Und falls es für jemanden wichtig oder von Interesse ist: dies ist ein Paleo-Rezept. Ich kann leider nicht mehr genau sagen, auf welcher Seite ich es gefunden habe, da ich wie üblich einiges variiert habe, ist das aber auch nicht mehr wirklich relevant.

Was allerdings relevant ist: es ist lecker (wenn auch irgendwie nicht wirklich fotogen ;) ). Und - zugegeben - üppig. Macht also wirklich satt und das für ne Weile und man kann, denke ich, ohne schlechtes Gewissen auch behaupten, dass es recht gesunde Zutaten enthält.


Was also ist drin?
2 Äpfel (säuerliche; ich nehme den Klarapfel aus dem Garten), geschält, ent"häust" und in Würfel geschnitten;
80g Feigen, auch klein gewürfelt
80g Mandeln (im Originalrezept sind es hier bspw Haselnüsse);
150g gemahlene Mandeln (oder Mandelmehl) - da ich die ganzen Haselnüsse durch Mandeln ersetzt habe, gab es an dieser Stelle gemahlene Mandeln und gemahlene Haselnüsse halb / halb;
1,5TL Zimt
(hier kann man bestimmt auch gut mit Lebkuchengewürz, Nelken u.a. herumspielen)
2 EL Backkakao
1 Prise Salz
je 1/2 TL Natron und Backpulver
4 Eier
2EL  Honig
60g Kokosöl

Im Rezept wird jetzt alles getrennt gemischt, aufgeschlagen, etc pp. - solange es sich nicht um steifgeschlagenes Eiweiß handelt, ignoriere ich sowas bei den meisten Rezepten und auch hier macht es m.E. wenig Sinn; kurz: alles in eine Schüssel und durchmanschen.
Ab in die gefettete Form (der fertige Kuchen stürzt sich allerdings schwer bis gar nicht; ggf hier Silikonform nehmen oder Backpapier zum ausschlagen der Form) und dann in den Ofen. 
175° hätten wir gern und das für ca 40min
und
fertig.



Samstag, 13. Oktober 2018

#BarockerLuxus - Social Media Walk im Bayerischen Nationalmuseum

Gestern abend hatte ich erneut das Glück, einer Einladung zu einem Social Media Walk folgen zu dürfen.
Gastgeber war das Bayerische Nationalmuseum, Thema die seit Juni geöffnete neue Dauerausstellung der Spezialsammlungen
"Barocker Luxus - Meisterleistungen der Kunst und des Kunsthandwerkes"
(also genau mein Ding).



Nach einem wunderbar herzlichen Empfang durch die Museumsleitung wurden wir 20 Teilnehmer von den jeweiligen Kuratoren durch sechs Themenbereiche der Ausstellung geführt und in ca 20minütigen Kurzvorträgen mit einigen Highlights und Besonderheiten unter den Preziosen bekannt gemacht.
Wer selbst schon einmal kunsthistorische (oder auch andere) Vorträge gehalten hat, weiß wie schwer es ist, sich kurz zu fassen, wenn man sich für sein Thema begeistert und es doch so viel mehr zu erzählen gibt. 
Wer mich persönlich kennt, weiß, dass ich sehr empathisch reagiere und Stimmungen wahrnehme und leider ist das auch oft bei Führungen der Fall, bei denen man mit doch eher routiniert arbeitenden und manchmal scheinbar gelangweiltem Museumspersonal zu kämpfen hat. Umso mehr war ich erfreut, hier eine wirkliche Freude und Begeisterung der Kuratoren an ihrem Bereichen und Ausstellungsobjekten wahrnehmen zu dürfen.
Da möchte man... obschon die 20min längst vorbei.. doch noch schnell dieses eine oder andere Detail mitteilen... ach und ein weiteres auch noch schnell... der Kollege scharrt schon mit den Hufen?... seufz, nagut, aber "Eines" noch... :)
Kurz: es war ein Vergnügen zu zu hören und extrem kurzweilig.
Der Rücksicht auf eine vereinfachte Terminologie hätte es nicht bedurft (kleine Anm.: es gibt auch Blogger, die Kunsthistoriker sind ;) ), war aber auch irgendwie nett gemeint.

Was aber gab es denn nun zu sehen?
Wie oben schon erwähnt, handelt es sich um die neu gestaltete Sammlung zum Thema #BarockerLuxus .
Verspielter Prunk und Lebensfreude pur.
Auf ca 1300 Quadratmetern in 12 Sälen gibt es mehr als 1600 Meisterwerke des 17. und 18. Jhs zu entdecken, alle modern und sehr klar präsentiert und sehr gut ausgeleuchtet, ergänzende Medienstationen präsentieren Bereiche, die am Objekt selbst nicht zu sehen sind, wie bspw das mechanische Innenleben eines Möbels.



Wir beginnen in der Sammlung mit kleinformatigen Elfenbeinskulpturen aus beiden Jahrhunderten. Gedrechselte Meisterwerke aus führenden Werkstätten, aber zum Teil auch aus der Hand der Fürsten selbst. Wie wir erfuhren, gehörte die Ausbildung an der Drechselmaschine und das Herstellen dieser hochkomplexen Figuren auf dem oberen Bild durchaus auch zum Ausbildungskanon eines Prinzen.




Weiter ging es in die Porzellanabteilung (Teegeschirre... seufz) mit dekorativen Chinoiserien, frühem Meißner, Nymphenburger und Frankenthaler Waren sowie süddeutschen Fayencen. 
Wunderbare Tafelaufsätze mit kleinem Schwerpunkt auf den farben- und sinnesfrohen Figuren aus der Comedia dell Arte.






Glaskunst, Pokale, farbige Gläser und und silberne Ess- und Toilettengeschirre folgten.
Beeindruckend hier die vollständig gedeckte Tafel mit Silbergeschirr und Tafelaufsätzen aus einer Augsburger Werkstatt. Letztere sind so filigran gearbeitet, dass es möglich war bzw ist, die Noten, welche sich in dem prachtvollen Mittelstück befinden, nachzuspielen.







Möbel - ein weiteres Thema. Hier waren es die raffinierten Möbel der Familie Röntgen, eine Kunstschreinerfamilie, deren Werke mit denen aus Frankreich keinen Vergleich scheuen mussten. Wunderbar hier: wir duften einen Blick auf die innen liegenden Intarsien eines sonst zusammengeklappten Spieltisches werfen, die, eben genau weil er zusammengeklappt  ist, dadurch ihre originale leuchtende Farbigkeit  behalten haben.





Auch die barocke Jagd war ein Thema... luxuriöses Freizeitvergnügen mit dem zur Schau stellen wertvoller Gerfalken und Prunkwaffen. Besonderes Stück hier neben zwei Waffen mit Schildpatt und Perlmuttauflagen: ein singuläres Stück mit Auflagen aus Fischbein (Barte der Bartwale ... allgemein ja eher bekannt als Versteifung von Schnürbrust und Co). Wie der Kurator hier auch selbst gestand... kein sehr ansehnliches Objekt, aber originell und selten (im Bild das unterste).



(Ohne Themenführung und nur "Transitbereich" für uns waren die 3 Räume mit Musikinstrumenten und Spielen)
Den Abschluß bildete der Bereich der Kleidung und Accessoires, in welchem man von einer großartigen roten Francaise aus bemaltem Baumwollchintz empfangen wird. Toll, aber nicht ganz meine Farbe, die Gestreifte gleich dahinter hätte ich mir allerdings schon gern sofort eingepackt. Die Anglaise aus der Ausstellung "Mode aus dem Rahmen" von vor einigen Jahren findet sich hier auch wieder. Sehr nettes Accessoire bei den Herren: ein Spazierstock mit reichhaltigem Innenleben (alles, was auf dem Bild zu sehen ist, konnte zusammengesteckt im Stock versenkt werden) ... und, sowas mag ich ja, das Ganze ist ein Geschenk einer Geliebten des Trägers gewesen... eine dezent angebrachte amouröse Inschrift mit blonden Haarsträhnen auf dem Deckelmedaillon weist darauf hin.











Ich kann die Ausstellung nur empfehlen und werde wohl selbst demnächst auch noch einmal hin, um etwas vertiefender und länger zu schauen und zu ergänzen.

Der Abend fand seinen Abschluss mit einem kleinen Buffet und netten Gesprächen im Foyer des Museums.

An dieser Stelle kann ich nicht anders, als dem Museum und Frau Tanja Praske für die hervorragende Organisation zu danken. Ich bin ja durchaus gern auch kritisch, aber hier will mir heute beim besten Willen nichts einfallen ;)
Ich, und ich denke, da kann ich vermutlich für alle Teilnehmer sprechen, habe mich sehr willkommen gefühlt und hervorzuheben ist auch die tolle Vorbereitung mit den Pressemappen und weiterem Infomaterial sowie die Möglichkeit, die Pressebilder nutzen zu dürfen (Anm. alle Bilder in diesem Beitrag mit dem weißen Schriftrand sind vom Museum).
Das ist alles nicht selbstverständlich und wird hoch geschätzt. Herzlichen Dank dafür.


Freitag, 5. Oktober 2018

Waschmittel

Vor einer Weile habe ich mich ein wenig damit beschäftigt, wie man sich Waschmittel selbst herstellen kann und festgestellt, dass das nicht nur sehr simpel, sondern auch kostengünstig und vor allem umweltfreundlich ist, da ein normales Waschmittel tatsächlich nur aus drei Elementen bestehen muss, man selbst entscheidet, was man braucht und natürlich auch hier wieder kein Mikroplastik und Co ins Abwasser schleudert.
Die Herstellung ist denkbar simpel, meine Frage war natürlich: wäscht das auch gut? und vor allem: wie riecht die Wäsche danach?




Ich habe meine Mischung nun seit 2 Monaten in Gebrauch und bin total zufrieden.
Ich wende es bei normal verschmutzter Wäsche an (stärkere Flecken würde ich evtl vorher einweichen, aber das kam noch nicht vor) und bei Baumwolle sowie Mischgeweben (Sportfunktionskleidung bspw). Bei Seide und Wolle würde ich, ehrlich gesagt, zögern. Vor allem sollte man hier wohl die Zitronensäure weglassen.
Alles wurde bisher einwandfrei sauber, in der Reinigungsleistung ist keinerlei Unterschied zu  gekauftem Waschpulver zu bemerken.
Und der Geruch? Toll. Frisch und sauber,  wie man es sich wünscht, ohne parfümiert zu riechen.

Hier mein Rezept:
Je 150g Soda und Natron mischen, gibts beides in preiswerten Grosspackungen a 5kg.
Dazu wird ein Stück Seife grob in Flocken gerieben. Kernseife ist gut, ich habe aber ganz einfache Lavendelseife benutzt und damit gleich etwas Duft hineingebracht. Der kann aber, wenn man möchte, auch mit ein paar Tropfen äther. Öl hineingelangen.
Für weiße Wäsche wird empfohlen, ein wenig Zitronensäure als natürliches Bleichmittel hinzu zu fügen. Und wer sehr hartes Wasser hat, kann optional 50g Spülmaschinensalz in die Mischung geben. Ich habe beides allerdings (noch) nicht getan.
Benutzt wird es wie ganz normales Waschpulver in der Maschine. Ich nehme 2 EL pro Waschgang und fülle es direkt in die entsprechende Kammer.
Es gibt im Netz auch Rezepte für Weichspüler, aber die benutze ich konventionell auch nicht, also kann ich dazu nichts weiter sagen.



Wie gesagt, ich bin sehr zufrieden damit und werde wohl auch weiterhin so waschen.
Viel Erfolg beim evtl nachprobieren.

Mittwoch, 26. September 2018

Goldene Milch

(*Werbung,  weil Markennamen genannt werden und nein, ich verdiene daran nichts)

Mit sogenannten "food trends" ist das ja immer so eine Sache. Zum einen halte ich  persönlich überhaupt nichts von dem Gehype bestimmter meist asiatischer Pflänzchen, die auf einmal in aller Munde sein sollen und oft ohne wirklich zu schmecken, vom Konsumenten runtergewürgt werden, weil sie ewige Jugend, den  6er im Lotto oder wasauchimmer bescheren sollen.
Die Goldene Milch kommt aus dem Ayurveda und gehört leider dazu... Mitstreiterin im Kurkumatrend sozusagen. Aber das sei ihr verziehen, ich mag sie trotzdem. Und nicht, weil Kurkuma irgendwas mit meinen CRP-Werten macht, sondern weils total lecker ist und gerade jetzt, da es doch merklich herbstelt und abends schon mal kühl wird,  wunderbar Körper und Seele wärmt.
Rezepte gibt es viele, Fertigpulver auch (ich kann das von Bio primo empfehlen, wohingegen das von lebepur bei mir leider durchgefallen ist).
Ich mache sie, wenn ich sie frisch koche, so:
Frische Kurkumawurzel (ca 3cm, das ist etwa ein halbes Wurzelstück) und ein kleineres Stück Ingwer fein reiben (Handschuhe ! Kurkuma färbt stark.) und mit einem Stück Zimtstange und evtl auch ein paar Kardamonkapseln in Milch aufkochen. Hierfür nehme ich Hafermilch, aber das ist jedem selbst überlassen.



Ein wenig ziehen lassen und abfiltern. Man kann das Gekrümel auch mittrinken, aber nunja.... ist nicht so toll. Den Klecks Honig zum Schluss nicht vergessen!



Und genießen.
Ist die Farbe nicht toll, wenn die Sonne in die Tasse scheint?


Samstag, 15. September 2018

Barockes Wandelkonzert

Lang drauf hingefreut, gestern war es soweit.
"Barockes Wandelkonzert durch das Neue Schloß Schleißheim"

(Ein Projekt im Rahmen der 10. Barocktage Schrobenhausen, Künstlerische Leitung Jakob Rattinger >klick< )



Spannendes und, zumindest für mich, neues Konzept - die Musiker sind auf sechs Räume des Schlosses verteilt, "auf den Spuren der bayerischen Barockmusik" bedeutet in diesem Falle, dass jedem Raum ein Ort und Thema zugeteilt wird und der Besucher von Raum zu Raum und damit von Ort zu Ort reist. Für jeweils etwa eine viertel Stunde verweilt und lauscht und dann weiter geführt wird. An einen neuen Ort, neuen Künstler und neuen Komponisten, alles jeweils mit Bezug (zumindest zwischen Ort und Komponist).

So lauschen wir in Nürnberg der Laute von Axel Wolf, der uns Pachelbel spielt. Pietro Torri in München, Muffat in Passau, Platti in Würzburg... 
Das Konzept geht auf, die Besucher nehmen es an und es funktioniert.
Ich denke, Veranstalter und Künstler dürften zufrieden sein und ich hoffe auf eine Wiederholung im nächsten Jahr.

Wunderschöner nichtmusikalischer, dekorativer Beitrag sind die großen, meist pyramidal gesteckten Blumenarrangements von Christl Majuntke-Schmid.
Leider gibt es hiervon keine Bilder... ich habe meine kleine Mitnehmkamera im Umzugschaos noch nicht wieder entdeckt und habe es dummerweise versäumt, meine Begleitung darum zu bitten, Bilder zu machen. Da hatte ich meine Gedanken wohl woanders...

Damit es dennoch etwas blumiges in diesem Post gibt, Bilder von einem der Sträuße, den ich mir heute etwas sentimental im alten Garten geschnitten habe. Als ich noch dort wohnte, habe ich selten wirklich viel für die Vase geschnitten, weil ich es draußen immer schöner fand. Aber da ich nach dieser Woche ohnehin keinen Zugang mehr dorthin habe, habe ich jetzt mal aus dem vollen geschöpft... wunderbarer Goldener Herbst.


Mittwoch, 5. September 2018

Schlehenmarmelade...

...oder mein Beitrag zum Thema "Wie verursache ich mit wenig Aufwand das größtmögliche Chaos in der Küche?"

Das Schöne daran, wenn man im Spätsommer umzieht, ist ja, dass man quasi sofort die Früchte des neuen Gartens ernten kann.
Schon bei der Besichtigung vorm Hauskauf fielen mir die Schlehen auf und auch wenn wir hier noch mächtig zwischen Kisten und Kartons herumstolpern, die Schlehen sind reif, also wollten sie gesammelt werden. Ich warte ungern bis zum ersten Frost, denn meist sind sie dann entweder bereits durch den Verdauungstrakt diverser Amseln gegangen oder schon ein wenig trocken und schrumpelig. Die Tiefkühltruhe tut es auch,  wenngleich es immer wieder Meinungen gibt, dass das nicht so ist... glaubt mir, Frost ist Frost, den Bitterstoffen ist das egal, woher der kommt, es funktioniert. Mindestens 24 Std rein damit und alles ist gut.
Schlehenmarmelade allein ist geschmacklich zwar nett, aber das pelzige Gefühl im Mund ist nicht jedermanns Sache, meine auch nicht, also biederten sich die Williams Christ-Birnen (ebenfalls neu im Garten hier am Spalier) geradezu an, mit den kleinen blauen Dingern vergesellschaftet zu werden.

Die Schlehen werden mit den gewürfelten Birnen ca.20min gekocht und dann passiert. Was hier so harmlos klingt, verwandelt den Arbeitsplatz ein klein wenig (* hüstel) in einen Schauplatz von "the walking dead".
Das ignoriert man am besten vorerst und kocht dann das passierte Mus mit ein wenig Anis oder Lebkuchengewürz, Zimt o.ä. und Gelierzucker (ich nehme immer den 2:1) auf und füllt es dann in die vorbereiteten Gläser. An dieser Stelle gebe ich meiner Küche meist den Rest und das Putzen lohnt sich dann jetzt wenigstens so richtig.

Das Ergebnis ist ein wirklich toll schmeckender Aufstrich und auch wenn es recht aufwendig ist, lohnt es sich, das mal zu probieren.




Dienstag, 21. August 2018

Sommertournüre ausgeführt

Der August begann mit einem kleinen Tagesausflug in die nähere Umgebung, 
an den schönen Tegernsee.
Bei luftig-frischen 32°C (hüstel) schipperte unser einmal quer durchs 19te Jh gekleidete Grüppchen von Tegernsee ablegend über den See, um auf der anderen Seite zur Mittagszeit einzukehren und ... 
... dann dort irgendwie plaudernd hocken zu bleiben :D
Der geplante 3km Spaziergang am See entlang fiel der Hitze geschuldet deutlich (!) kürzer aus, was dem Gelingen des Tages aber keinen Abbruch tat.

Alle Bilder in diesem Post sind von Tina Zill, dankeschön dafür.


Ausflüge dieser Art bringen immer einige Anachronismen mit sich 


in Tegernsee



"Ein Schiff wird kommen.... "





Ich habe mich sehr gefreut, den Einen und die Anderen zu sehen und freue mich auf eine Wiederholung im nächsten Jahr oder eventuell auch schon zur Adventszeit

Montag, 6. August 2018

Sommertournüre

In den letzten Wochen ist nach längerem Nichtstun mal wieder etwas neues von der Nadel gehüpft.
Für einen Tegernseeausflug (der war gestern; dazu in Kürze etwas separat, wenn ich ein paar Bilder habe) mußte oder sollte etwas sommertaugliches für die zweite Hälfte des 19. Jhs her.  Etwa zeitgleich zum Beginn dieser Überlegung fiel mir eine leichte dünngestreifte Baumwolle in die Hände, die mir perfekt dafür schien.
Nun plane ich so etwas ja immer im Kopf und nicht auf dem Papier und das, was da im Kopf entstand, gefiel mir gut.

Umgesetzt wurde das ganze dann mit Hilfe der TV-Schnitte 261 und 365 für den Rock und mit dem Butterick 6400 als Basis  für die Jacke. Über den Butterick 6400 habe ich übrigens nachdem ich ihn gekauft hatte, so viel Schlimmes gelesen, dass ich es fast bereut habe. Das bestätigte sich nach dem Verarbeiten allerdings überhaupt nicht. Mag sein,dass es für andere Figurtypen problematisch ist, aber das kann ich nicht beurteilen. Ich war jedenfalls positiv überrascht, lediglich die Größenfindung anhand der Maßtabelle war Humbug, da bin ich einfach nach Gefühl gegangen und bin mit dt Konfektionsgröße 34/36 bei der 10 gelandet (großzügige Nahtzugaben inkludiert), was gut war. Laut der Tabelle hätte ich die 6 nehmen sollen, aber da wäre ich wohl beim besten Willen nicht reingekommen und wenn, dann völlig bewegungsunfähig... aber das nur am Rande.
Die Röcke sind einlagig ungefüttert, was über der Tournüre und dem Unterrock recht schön fiel und sich gut tragen ließ. Die Jacke ist mit Baumwolle gefüttert und außer an den Ärmeln  mit einem Zwischenfutter aus echtem Rosshaar versehen, was für mein Empfinden genau den richtigen Stand ergab (ein erster Versuch mit Vlieseline wurde zu steif und verworfen). Ich habe mich für einen vorn recht weit überlappenden Verschluß mit Haken und Ösen entschieden. 
Da die Zeit für eine Bluse oder ein Korsettcover nicht mehr gereicht hat, habe ich eine meiner Regency-Chemisettes darunter getragen, die mit dem dem Spitzenkragen optisch ganz gut dazu paßt.

Am Sonntagmorgen vor besagtem Ausflug gab es ein kurzes Probetragen des Sommernürchens zum Fotos-machen im Dachauer Schloßgarten: